Rhön Media

Storytelling oder Educational Content?

„Zuverlässig, kompetent und kundenorientiert.“ Diesen Satz könnte fast jedes Unternehmen über sich schreiben. Und genau deshalb bleibt er selten im Kopf.

Viel überzeugender ist es, wenn Menschen selbst sehen können, wie du arbeitest und was du weißt. Zwei Content-Formate eignen sich dafür besonders gut: Storytelling und Educational Content.

Beide können Vertrauen fördern, allerdings auf unterschiedliche Weise.

Was ist Storytelling im Social Media Marketing?

Beim Storytelling erzählst du nicht einfach, dass ein Ergebnis gut ist. Du nimmst Menschen mit auf den Weg dorthin.

Ein Beispiel: Eine Schreinerei postet ein Foto vom fertigen Esstisch. Das zeigt das Produkt. Erzählt sie zusätzlich, warum das Holz ausgewählt wurde, welche Schwierigkeit beim Bau auftrat und wie die Lösung aussah, entsteht eine Geschichte.

Der Beitrag vermittelt dann nicht nur Ästhetik, sondern auch Sorgfalt, Entscheidungen und Persönlichkeit.

Ein einfaches Gerüst für deine nächste Geschichte:

  • Ausgangssituation: Womit hat alles angefangen?
  • Herausforderung: Was war schwierig oder ungewöhnlich?
  • Lösung: Was wurde konkret gemacht?
  • Ergebnis: Was ist am Ende daraus geworden?
  • Erkenntnis: Was können andere daraus mitnehmen?

Die Geschichte muss nicht dramatisch sein. Oft reichen ein ehrlicher Einblick und eine kleine überraschende Entscheidung.

Was ist Educational Content?

Educational Content vermittelt Wissen oder beantwortet eine konkrete Frage. Er hilft Menschen weiter, bevor sie etwas kaufen müssen.

Ein Friseur könnte erklären, wie man eine passende Pflege für den eigenen Haartyp auswählt. Ein Immobilienmakler könnte einen typischen Fehler beim Hausverkauf erklären. Eine Social-Media-Agentur könnte zeigen, warum die ersten Sekunden eines Reels entscheidend für die Aufmerksamkeit sind.

Guter Educational Content ist verständlich, konkret und an echten Kundenfragen orientiert. Er muss nicht kompliziert sein, um Kompetenz zu zeigen.

Eine einfache Struktur ist: Frage, kurze Erklärung, Beispiel, konkrete Empfehlung.

Was baut mehr Vertrauen auf?

Die Formate erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

  • Storytelling zeigt Menschen, Arbeitsweise und Entscheidungen. Educational Content zeigt Wissen und fachliche Einordnung.
  • Storytelling macht ein Unternehmen nahbarer. Educational Content hilft, Kompetenz einzuschätzen.
  • Storytelling weckt Emotionen und Interesse. Educational Content löst ein konkretes Problem.
  • Beispiel Storytelling: die Geschichte eines Kundenprojekts. Beispiel Educational Content: drei Fehler vor dem ersten Beratungstermin.

Am stärksten wird Content oft durch die Kombination. Du kannst ein Projekt erzählen und zwischendurch erklären, warum eine bestimmte Lösung gewählt wurde. Dann sieht das Publikum sowohl die Person als auch das Fachwissen dahinter.

Acht Content-Ideen für lokale Unternehmen

Aus Fehlern lernen: Was heute anders gemacht würde

Erzähl von einer Entscheidung, aus der das Team gelernt hat. Zeig, was sich seitdem verbessert hat. Das wirkt häufig glaubwürdiger als die Behauptung, dass immer alles perfekt läuft.

Eine Frage, die Kunden häufig stellen

Nimm eine echte Frage aus dem Alltag und beantworte sie in einem kurzen Reel. Wenn sie häufig gestellt wird, beschäftigt sie wahrscheinlich auch andere.

So entsteht ein Ergebnis

Zeig den Ablauf eines Projekts in drei bis fünf Schritten. Besonders gut geeignet für Handwerk, Kreativleistungen, Gastronomie und Dienstleistungen.

Ein Fehler, der immer wieder passiert

Erklär ein häufiges Problem sachlich und ohne potenzielle Kunden bloßzustellen. Zeig anschließend eine sinnvolle Lösung.

Warum diese Lösung gewählt wurde

Nicht nur das Ergebnis zählt. Erklär die Abwägung. So wird fachliche Kompetenz sichtbar, ohne dass der Beitrag sich wie Werbung anfühlt.

Ein Blick hinter die Kulissen

Nimm Zuschauer mit in eine Vorbereitung, ein Teammeeting oder einen Arbeitsschritt. Achte darauf, private und vertrauliche Details nicht zu veröffentlichen.

Was kostet das eigentlich?

Viele Kunden suchen nach Orientierung. Wenn genaue Preise vom Auftrag abhängen, erläutere transparent die wichtigsten Einflussfaktoren, statt eine scheinbar allgemeingültige Zahl zu nennen.

Was du vor dem ersten Termin wissen solltest

Gib potenziellen Kunden eine kurze Vorbereitungshilfe. Das ist praktisch und kann unnötige Unsicherheit abbauen.

Ein Beispiel: Aus einem Auftrag werden drei Beiträge

Angenommen, eine lokale Agentur erstellt eine neue Website für einen Betrieb. Statt nur einen Screenshot des fertigen Designs zu posten, könnte sie drei verschiedene Inhalte daraus machen:

  • Reel 1, Storytelling: „Die alte Startseite sah gut aus, aber Besucher fanden die wichtigsten Informationen nicht. So wurde sie neu aufgebaut.“
  • Reel 2, Educational Content: „Drei Dinge, die auf einer Unternehmenswebsite sofort zu finden sein sollten.“
  • Karussell, Einblick: „Von der ersten Skizze zur fertigen Seite: So läuft ein Webdesign-Projekt ab.“

Ein reales Projekt liefert also nicht nur ein Ergebnisbild, sondern mehrere sinnvolle Geschichten und Lerninhalte. Die Darstellung sollte auf tatsächlichen Beobachtungen beruhen.

So setzt du beide Formate in einem Monat ein

Der folgende Plan ist ein Beispiel. Passe Themen, Formate und Rhythmus an dein Unternehmen an.

  • Woche 1: Educational Reel. Leitfrage: Welche Frage stellen Kunden häufig?
  • Woche 2: Storytelling Reel. Leitfrage: Welche Geschichte steckt hinter einem aktuellen Projekt?
  • Woche 3: Educational Karussell. Leitfrage: Welcher häufige Fehler lässt sich verständlich erklären?
  • Woche 4: Behind-the-Scenes mit Lerneffekt. Leitfrage: Welche Entscheidung trifft das Team bei der Arbeit und warum?

Du musst dafür nicht jeden Tag posten. Wichtiger ist, dass der Content konkrete Fragen beantwortet, echte Einblicke zeigt und über mehrere Wochen einen nachvollziehbaren Eindruck des Unternehmens vermittelt.

Welche Kennzahlen sind sinnvoll?

Aufrufe sind interessant, aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte. Achte je nach Ziel auch auf:

  • Speicherungen und geteilte Beiträge: War der Inhalt so hilfreich, dass jemand ihn wiederfinden oder weitergeben wollte?
  • Qualifizierte Kommentare und Nachrichten: Haben Menschen konkrete Rückfragen?
  • Profilbesuche und Website-Klicks: Wollen sich Zuschauer näher über das Angebot informieren?
  • Anfragen und Gespräche: Entsteht aus dem Content ein tatsächlicher Kontakt?

Nicht jeder einzelne Beitrag muss sofort eine Anfrage auslösen. Vertrauen entsteht oft über mehrere Kontakte hinweg.

Fazit: Zeig, was dahintersteckt

Storytelling lässt Menschen nachvollziehen, wie ein Unternehmen arbeitet. Educational Content hilft ihnen einzuschätzen, ob fachliche Kompetenz vorhanden ist. Zusammen machen diese Formate aus Social Media mehr als eine digitale Werbetafel.

Zeig nicht nur, was du anbietest. Zeig, was dahintersteckt.

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